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Meine Hunde

Die, die mich ausgebildet haben

Man lernt Hundetraining nicht aus Büchern, sondern von Hunden — und zwar meistens dann, wenn etwas nicht funktioniert. Diese vier haben mir mehr beigebracht als jedes Seminar. Einer von ihnen durfte nur kurz bleiben.

Übrigens: Bei uns hat jeder Hund ein Y im Namen. Yuna, Yoep, Styrling, Skady — das war irgendwann keine Absicht mehr, sondern Tradition.

Yuna, Parson Russell Terrier Hündin, sitzt aufmerksam in blühender Heide

Yuna

Rasse
Parson Russell Terrier
Alter
fast 12 Jahre (geb. November 2014)
Prüfungen
Brauchbarkeit Schweiß 2020 · Brauchbarkeit Niederwild 2021

Mein erster eigener Hund, mein Seelenhund — und der Beweis, dass es nie zu spät ist anzufangen.

Yuna kam zu mir, lange bevor ich überhaupt an eine jagdliche Ausbildung gedacht habe. Ich bin spät berufen: Erst 2020 habe ich den Jagdschein gemacht — da war Yuna schon fast sechs. Im selben Jahr haben wir die Brauchbarkeit Schweiß abgelegt, ein Jahr später die Brauchbarkeit Niederwild. Sie war also fast sieben, als wir fertig waren.

Sie ist hundert Prozent Arbeitslinie, und das merkt man ihr bis heute an. Sie liebt es zu apportieren, sie geht ohne Zögern ins Wasser, und außerhalb der Jagdsaison trainieren wir viel mit Dummies, damit sie in Form bleibt. Nach einem langen Arbeitstag steht sie abends immer noch vor mir und fragt: So, und was machen wir jetzt?

Auf dem Ansitz kann ich mich hundertprozentig auf sie verlassen, auch im Dunkeln. Sie nimmt Wild wahr, bevor ich etwas höre, und zeigt es mir an. Sie begleitet mich auf Treibjagden und geht mit auf Drückjagden — mit fast 12 Jahren.

Und sie ist mehr als eine Jagdbegleiterin. Yuna hat mich durch schwierige Zeiten getragen, war immer da, ist immer an meiner Seite. Ich nenne sie liebevoll mein Superyünchen, weil sie oft schon weiß, was ich denke, und immer genau spürt, wie es mir geht. Ohne sie wäre das Leben deutlich trister. Ich würde mir wünschen, dass sie zwanzig wird.

Was Yuna mir beigebracht hat

Dass Alter kein Ausschlusskriterium ist. Als wir angefangen haben, war Yuna in einem Alter, in dem viele sagen, dafür sei es jetzt zu spät. Sie hat beide Brauchbarkeitsprüfungen bestanden. Es gab Herausforderungen im Training, die sicherlich anders gelagert waren als bei jungen Hunden, aber wir haben es als Team geschafft — und darauf bin ich stolz.

Yoep als junger Border Terrier, nass vom Wasser, sitzt aufmerksam auf einem Holzsteg

YoepJanuar bis August 2020

Rasse
Border Terrier
Alter
knapp sieben Monate
Bei uns
viereinhalb Monate

Unser erster Border Terrier — und Yunas große Liebe.

Yoep zog am 25. März 2020 bei uns ein, knapp zehn Wochen alt. Ein kleiner Welpe, niedlich und voller Tatendrang. Yuna und er waren sofort unzertrennlich: Die beiden haben alles zusammen gemacht, und er hat sich unendlich viel von ihr abgeschaut.

Wir haben viel mit ihm trainiert, die Welpenbasics aufgebaut und ihm die Welt gezeigt. Wir waren ständig mit ihm unterwegs, auch im Urlaub.

Eines war von Anfang an da: Er war ein mäkeliger Esser und hat nie richtig gut gefressen. Ende Juli 2020 wurde er sehr krank. Am 8. August mussten wir ihn gehen lassen — Nierenversagen, mit knapp sieben Monaten.

Viereinhalb Monate hat er mit uns gelebt. Es ist fast das Schlimmste, einen Hund nach so kurzer Zeit gehen zu lassen, gerade wenn man sich eben erst aneinander gewöhnt hat. Aber er hatte das beste Leben, das er haben konnte.

Und es hat nicht nur uns mitgenommen. Yuna war tagelang krank, hatte Fieber und Durchfall, weil sie ihn so vermisst hat. Deshalb stand für uns schnell fest, dass sie wieder einen Kumpel braucht.

Styrling, Border Terrier mit gelbem Halsband, sitzt lachend im Kiefernwald

Styrling

Rasse
Border Terrier
Alter
5 Jahre (geb. Januar 2021)
Prüfungen
Brauchbarkeit Schweiß & Niederwild 2022 · Verbandsschweißprüfung 1. Preis 2023 · VPS 2. Preis, 170 Punkte 2026

Mein Coronakind, mein Gute-Laune-Hund — und der Beweis, dass ein Welpenkurs nicht der einzige Weg ist.

Styrling kam im Januar 2021 zu uns, ein halbes Jahr nach Yoep — und mitten in der Coronazeit. Seine ersten anderthalb Lebensjahre fielen damit genau in die Phase, in der nichts stattfand: kein Welpenkurs, kein Junghundekurs — das klassische Programm, das Yuna noch durchlaufen hat, war schlicht nicht möglich.

Stattdessen ist er einfach mitgelaufen. Weil ich 2021 mit Yuna die Brauchbarkeit Niederwild vorbereitet habe, hat Styrling das alles schon als ganz junger Hund miterlebt — mit einem Dreivierteljahr war er überall dabei. 2022 hat er selbst die Brauchbarkeit Schweiß und Niederwild abgelegt, 2023 die Verbandsschweißprüfung im ersten Preis. 2026 haben wir die VPS bestanden, im zweiten Preis mit 170 Punkten.

Auf dem Ansitz zeigt er Wild genauso zuverlässig an wie Yuna. Er geht mit auf Drückjagden, und wenn er an Sauen kommt, lässt er so richtig den Terrier raushängen. Auf Treibjagden apportiert er Hasen — bei Yunas acht Kilo und seinen knapp zehn ist das jedes Mal eine Leistung. Dazu kommt eine ausgeprägte Passion für die Nutriajagd.

Und sonst? Er ist mein Junge, mein Kumpel, mein Buddy. Mit ihm hat man immer Spaß. Er kann tatsächlich lachen — dieses Border-Lachen, und das fast auf Kommando.

Was Styrling mir beigebracht hat

Dass sich die Leistung eines Hundes nicht an seiner Körpergröße orientiert. Für mich ist Styrling ein echter Allrounder, der genau weiß, wann welche Arbeit von ihm verlangt wird. Auf einer Drückjagd arbeitet er anders als auf einer Treibjagd, und er apportiert Wild, das fast so schwer ist wie er selbst mit seinen 9,5 Kilo. Sein Will to please ist riesig — er will alles richtig machen und geht dafür über sich hinaus.

Skady, Brandlbracke, sitzt im warmen Abendlicht auf sandigem Boden

Skady

Rasse
Brandlbracke
Alter
2 Jahre (geb. Januar 2024)
Prüfungen
Brauchbarkeit Schweiß & Stöbern 2025 · Verbandsschweißprüfung 2026

Die schmusigste Hündin, die ich je hatte — bis sie auf eine warme Fährte kommt.

Skady kam zu uns, weil wir viel auf Drückjagden unterwegs sind und einen spurlauten, schnellen Hund wollten, der dafür wirklich geeignet ist. Bei der Rasse haben wir uns bewusst für die Brandlbracke entschieden.

Zu Hause würde man ihr das nicht ansehen. Sie ist eine absolute Schmusebracke — noch anhänglicher als die beiden Terrier, und die sind schon ausgesprochene Kontaktlieger. Wer sie so auf dem Sofa erlebt, hält sie nicht für einen ambitionierten Jagdhund.

Ist sie aber. 2025 hat sie die Brauchbarkeit Schweiß auf der 600-Meter-Fährte und die Brauchbarkeit Stöbern abgelegt, beide bestanden. 2026 kam die bestandene Verbandsschweißprüfung dazu.

Hasenspuren arbeitet sie in Perfektion aus. Auf Drückjagden wird sie als Standschnaller geführt — es liegt in der Genetik der Bracken, immer wieder an den Ort zurückzukehren, an dem sie geschnallt wurden, und das zeigt sie ausgesprochen zuverlässig.

Schwierig wird es außerhalb der Jagdsaison. Beim Freilauf braucht sie ein wachsames Auge. Die Terrier unterscheiden recht gut zwischen Spaziergang und Jagd — Skady fällt das schwer. Wenn sie im Wald auf eine warme Fährte kommt, geht der Schalter um: Schmusebracke aus, Jagdhund an.

Skady gehört zu mir, lebt heute aber nicht mehr bei mir, sondern bei ihrem zweiten Menschen. Auf den Drückjagden sehen wir uns weiterhin.

Was Skady mir beigebracht hat

Dass Jagdverhalten keine Erziehungsfrage ist. Skady ist bestens ausgebildet, und trotzdem geht bei einer warmen Fährte der Schalter um. Wenn ich also mit Menschen arbeite, deren Hund im Wald verschwindet, weiß ich sehr genau, wovon wir reden — ich habe diesen Hund selbst. Es geht nicht darum, den Trieb wegzutrainieren. Es geht darum, ihn einzuschätzen und ihm eine Richtung zu geben.

Warum ich dir das erzähle

Yuna und Styrling begleiten mich im Alltag, im Urlaub, auf der Jagd — in meinem ganzen Leben. Ich möchte die beiden nicht mehr missen.

Und sie sind der Grund, warum ich nicht an den einen richtigen Weg glaube. Yuna war fast sechs, als wir mit der jagdlichen Ausbildung angefangen haben — ein Alter, bei dem viele abwinken. Styrlings erste anderthalb Jahre fielen in die Coronazeit, ganz ohne Kurse und mit wenig Kontakt zu anderen Hunden. Beide haben ihre jagdlichen Prüfungen bestanden und sind tolle Alltagsbegleiter. Und Skady zeigt mir jedes Mal aufs Neue, dass auch der bestausgebildete Hund ein liebenswerter Jagdhund bleibt.

Verschiedene Hunde, völlig verschiedene Wege. Deshalb frage ich bei jedem Team zuerst, was da vor mir steht — und arbeite nicht das Programm ab, das beim letzten funktioniert hat.

Und Yoep hat mir beigebracht, dass man die Zeit nicht planen kann, die man miteinander hat. Viereinhalb Monate reichen, um einen Hund zu lieben.

Übrigens: Ich gehe bis heute wöchentlich mit den Terriern in die Hundeschule meines Vertrauens, vor allem zum Apportiertraining. Der Austausch mit anderen Hundetrainern ist mir persönlich wichtig — und ebenso, dass ich mit meinen Hunden selbst trainiert werde. Auch da lerne ich immer noch dazu.

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